
Kaum ein Wirkstoff hat in den letzten Monaten so viel Aufmerksamkeit bekommen wie PDRN. Die Suchanfragen in Deutschland haben sich innerhalb eines Jahres vervielfacht, und in sozialen Medien ist oft von der „Lachs-DNA-Behandlung“ die Rede. Für Marken und Formulierer stellt sich deshalb eine praktische Frage: Wie lässt sich PDRN in Seren und Cremes einsetzen, ohne auf tierische Rohstoffe angewiesen zu sein?
Was ist PDRN?
PDRN steht für Polydesoxyribonukleotid. Gemeint ist ein Gemisch aus DNA-Fragmenten, das aus natürlichen Quellen gewonnen und hoch aufgereinigt wird. In der Kosmetik trägt PDRN die INCI-Bezeichnung Sodium DNA.
Ursprünglich stammt der Wirkstoff aus der Medizin, wo er seit Jahren in der Wundheilung und Geweberegeneration untersucht wird. Von dort fand er den Weg in die ästhetische Dermatologie und schließlich in die tägliche Hautpflege.
Wie wirkt PDRN auf die Haut?
Die Forschung beschreibt vor allem zwei Wege, über die PDRN die Regeneration der Haut unterstützt:
- Bausteine für die Zelle: Die DNA-Fragmente liefern Nukleotide und Nukleoside, die Zellen über den sogenannten Salvage Pathway wiederverwerten können. So steht bei der Zellerneuerung mehr Energie für andere Aufgaben zur Verfügung.
- Signalwirkung: PDRN bindet an den Adenosin-A2A-Rezeptor. Darüber werden Prozesse angestoßen, die mit Regeneration, Beruhigung und Kollagenbildung in Verbindung stehen.
Für Hautpflegeprodukte bedeutet das: PDRN passt in Konzepte rund um Anti-Aging, Repair und gestresste Haut. Welche Aussagen ein fertiges Produkt tragen darf, hängt wie immer von den eigenen Wirksamkeitstests ab.
Lachs oder Alge: Woher kommt PDRN?
Klassisches PDRN wird aus dem Sperma von Lachsen oder Forellen gewonnen. Diese Quelle ist gut untersucht, bringt für viele Marken aber Nachteile mit sich:
- Produkte mit Rohstoffen tierischen Ursprungs lassen sich nicht als vegan ausloben.
- Naturkosmetik-Standards und viele Zielgruppen setzen auf pflanzliche Rohstoffe.
- Die Herkunft aus Fisch wirft Fragen zu Nachhaltigkeit und Rückverfolgbarkeit auf.
Algen sind eine überzeugende Alternative. Auch sie enthalten DNA, die sich zu PDRN aufarbeiten lässt. Unter kontrollierten Bedingungen kultiviert, liefern sie einen gleichbleibenden und rein pflanzlichen Rohstoff.
Zwei Algenquellen im Portfolio von SLI Chemicals
Gemeinsam mit unserem Partner Giga Fine Chemicals aus Taiwan bieten wir zwei PDRN-Wirkstoffe auf Algenbasis an:
ZIGA® Bio BL-PDRN stammt aus der Rotalge Botryocladia leptopoda, auch Rote Traubenalge genannt. Sie wird mit Tiefseewasser aus dem Kuroshio-Strom vor Taiwan kultiviert. Im Mittelpunkt stehen Kollagenbildung und Hautvitalität.
ZIGA® Bio CGF-PDRN wird aus der Süßwasser-Mikroalge Chlorella vulgaris gewonnen. Im Mittelpunkt stehen Zellmigration, Kollagenbildung und die Unterstützung der Telomerase-Aktivität.
In Zellstudien des Herstellers förderten beide Varianten die Zellmigration und die Kollagensynthese. Zusätzlich steigerten sie die Aktivität der Telomerase, die an den Enden der Chromosomen eine wichtige Rolle für die Zellalterung spielt.
Produktdaten im Überblick
- INCI: Aqua, Pentylene Glycol, 1,2-Hexanediol, Sodium DNA
- Empfohlene Einsatzkonzentration: 0,5 bis 3,0 %
- COSMOS approved, Halal-zertifiziert, in China (IECIC) gelistet
- Rein pflanzlich und ohne Rohstoffe tierischen Ursprungs
PDRN in Seren und Cremes statt Injektionen
In Kliniken wird PDRN vor allem injiziert. Solche Behandlungen sind Ärztinnen und Ärzten vorbehalten und gehören nicht zur Kosmetik. Hautpflegeprodukte dagegen wirken auf der Haut und verbinden PDRN mit weiteren Pflegestoffen zu einem Produkt für die tägliche Anwendung.
Genau nach dieser Heimanwendung fragen Verbraucherinnen und Verbraucher immer häufiger. Algen-PDRN eignet sich für:
- Seren und Ampullen
- Cremes und Lotionen
- Gele
- Toner
Hinweise für die Formulierung
Angaben zu Temperatur, pH-Bereich und Kompatibilität finden Sie im technischen Datenblatt, das wir Ihnen gerne zusenden.
Wie das in der Praxis aussieht, zeigt unsere Guide-Formulierung PDRN Serum (SLI-072) aus dem SLI LAB. Sie steht in unserem Downloadbereich bereit. Alle Wirkstoffe mit INCI und Einsatzkonzentration finden Sie in der Kategorie Wirkstoffe Hautpflege.
Fazit
PDRN ist mehr als ein kurzlebiger Trend aus der Klinik. Mit Algen als Quelle lässt sich der Wirkstoff vegan, zertifiziert und rückverfolgbar in Hautpflegeprodukte bringen. Für Muster, technische Datenblätter oder Unterstützung bei Ihrer Formulierung ist unser Team gerne für Sie da.
Häufige Fragen
Was ist PDRN?
PDRN (Polydesoxyribonukleotid) ist ein Gemisch aus aufgereinigten DNA-Fragmenten. In der Kosmetik trägt es die INCI-Bezeichnung Sodium DNA und wird vor allem in Anti-Aging- und Repair-Produkten eingesetzt.
Wie wirkt PDRN auf die Haut?
PDRN liefert Bausteine für die Zellerneuerung und bindet an den Adenosin-A2A-Rezeptor. Beides wird mit Regeneration, Beruhigung und Kollagenbildung in Verbindung gebracht.
Ist PDRN vegan?
Klassisches PDRN stammt aus Lachs oder Forelle und ist daher nicht vegan. PDRN aus Algen wie ZIGA® Bio BL-PDRN und ZIGA® Bio CGF-PDRN ist rein pflanzlich.
Was unterscheidet Lachs-PDRN von Algen-PDRN?
Beide bestehen aus DNA-Fragmenten. Der Unterschied liegt in der Quelle: Algen-PDRN kommt ohne tierische Rohstoffe aus und eignet sich damit für vegane Produkte und Standards wie COSMOS.
In welcher Konzentration wird PDRN eingesetzt?
Für ZIGA® Bio BL-PDRN und ZIGA® Bio CGF-PDRN empfiehlt der Hersteller eine Einsatzkonzentration von 0,5 bis 3,0 %.
Wie bekomme ich Muster?
Schreiben Sie uns über das Kontaktformular. Wir senden Ihnen Muster, technische Datenblätter und auf Wunsch die Guide-Formulierung PDRN Serum.

